Es war nicht sehr bequem auf den Sessel und so wach ich schon um 5 Uhr auf. Aber mir gelingt es dann doch im Halbschlaf vor mich hindösend das Aufstehen bis um 8 Uhr hinaus zu zögern. Ein Kaffee und die mitgebrachten Backwaren zum Frühstück und dann raus an die frische Luft.

Cedric und Armando
Selbstporträt

Das Rauchergrüppchen ist schon bei der X-ten Verdauungszigarette, ich mach erstmal einen Rundgang über Deck und fotographier mich vor dem nur leicht dahindümpelnden Wasser. Wo sind die Wellen ? Ist doch ein Surferrevier und Delphine, Wale oder ähnliches Getier ist auch nicht zu sehen. Auch das Land kann man im Dunst bestenfalls erahnen.

Es dauert noch gut eine Stunde bevor die Hotels der Zona Dorada schemenhaft zu erkennen sind. Doch bis die Hafeneinfahrt erreicht ist und zwei Schlepper hautnah Rangierhilfe leisten vergeht nochmal mehr als eine halbe Stunde.

Von hier wird der Hafen bewacht
Strandparadies direkt südlich am Hafen
Hautnahe Rangierhilfe

Als die Fähre schlußendlich kurz nach 10 Uhr anlegt, hat sie zwei Stunden Verspätung heraus gefahren. Zum Glück muß wohl kaum ein Passagier zum Anschlußzug …
Auf dem Weg zum Mopped treff ich die zwei späteingetroffenen Enduristen. Eine ca. 30 jähriger Ami und ein etwa 40 jähriger Australier. Sie mit ihren KLR sind auf dem Weg nach Argentinien. Der Ami hat wohl alle Zeit der Welt, der Australier nur noch 6 Monate. Sie sind gestern deshalb erst auf den letzten Drücker auf die Fähre, weil sie zu Dritt unterwegs waren, aber einer eine Panne hatte. Sie haben versucht bis zur letzten Minute zu reparieren, mußten den Anderen dann aber stehen lassen um noch auf die Fähre zu kommen. Jetzt fahren sie halt zu Zweit weiter …..

Am Ausgang des Fährhafens warte ich eine ganze Weile bis Armando und Cedric keuchend auftauchen. Armando schleppt nebst einer Tasche noch einen PC und Tastatur, Cedric einen riesigen Rucksack und sein Surfbrett. Alles wird in eines der speziellen Mazatlan-Taxis verstaut. Armando hatte uns schon auf der Fähre von diesen Gefährten auf VW-Käferbasis vorgeschwärmt.

Spezialkäfer
Zona Dorada

Zunächst geht es die Straße am Strand entlang Richtung Zona Dorada, dann rechts ab und etwas kreuz und quer, bis das Taxi vor einem Hotel anhält und sich Cedric von uns verabschiedet. Weiter gehts kreuz und quer, schließlich auf eine vierspurige Straße an der sich haufenweise Gewerbe aufreiht. Das Taxi hält vor dem Hondahändler, Armando packt sein Gerödel und frägt ob ich auf ihn warten will. In zehn Minuten könnte er von Zuhause wieder hier sein und mir beim Hondahändler dolmetschen. Ich lehn dankend ab, denn das Schwierigste ist geschafft und den Rest wegen dem Reifen krieg ich allein auf die Reihe. Er erklärt mir noch wie ich von hier aus zum Yamaha- und Suzukihändler komme, dann verabschieden wir uns und er verschwindet im Gewühl.

Der Hondahändler hat zwar reichlich, d.h. 5 Stück, 17-Zoll Hinterreifen auf Lager, aber alles die gleichen 110er. Ich brauch aber 120er oder 130er. Notfalls könnt ich ja so ’ne Asphaltsäge nehmen, will es aber zunächst bei den anderen Händlern probieren.
Der Yamaha-Händler zuckt nur die Schultern, der Suzuki-Händler hat zwar auch Nichts auf Lager, greift aber zum Telefon und meint ich soll 10 Minuten warten. Tatsächlich erscheint nach einiger Zeit ein Motorradkurier mit einem Reifen. Es ist einer der 110er vom Honda-Händler, jetzt aber mit einem ordentlichen Preisaufschlag. Dankend lehn ich ab.
Zum Glück sind in der Straße so ziemlich alle Motorradhandler Mazatlans vertreten. Dem Hyasong-Händler folgt einer der Moppeds „Made in Mexico“ vertreibt, vergeblich. Letzterer schickt mich noch zwei Blocks weiter, dort soll noch einen Bikeshop (hoffentlich keine Fahrräder) sein und eine Kawasakiwerkstatt müsste es auch noch geben. Letztere erspäh ich als ich fast schon dran vorbei bin. Ein übles Loch. Von Motorrädern keine Spur, nur Quads und Jetski. Aber Reifen hat er ein paar und wunderbarer Weise ist da ein Conti Escape 130/90-17 drunter. 1790 Peso inkl. Montage will er dafür haben. Gebongt. Zwar kein absolutes Sonderangebot, aber der jetzt runtergeworfene MT60 war teurer.
6830 km hat dieser gehalten und war mit ca. 1mm Restprofil nach mexicanischer Lesart praktisch noch neuwertig. Der kommt sicher nochmal auf irgendeine Felge.

Inzwischen ist es nach 14 Uhr und ich hab keine Lust mehr weiter zu fahren, deshalb brauch ich ’ne Bleibe. Das Hotel wo Cedric abgestiegen ist find ich nicht mehr. Also raus an den Nordrand der Zona Dorada, da gibt es einen von meinen beiden schlauen Büchern empfohlenen RV-Park. Den find ich sogar auf Anhieb, die 250 Peso sind mir aber etwas reichlich. Das findert der Betreiber auf meinen Einwand hin zwar auch, denkt aber nicht dran den Preis zu senken, sondern empfiehlt mir ein Hotel zu suchen. Da gäbe es Zimmer für 200 Peso ….

Mit diesem Vergnügungstempel beginnt die Zona Dorada
praktisch leerer RV-Park

Nach einigem Rumgegurke durch Mazatlan find ich dann auch das Hotel Lerma. Einfach, sauber, preiswert (150 Peso) und mit Innenhof wo ich das Mopped direkt vorm Zimmer parken kann. Leider funktioniert das WLAN nur in unmittelbarer Nähe zur Rezeption und dort gibt es weder eine Sitzgelegenheit noch eine Steckdose. Vom Hotel aus sind es kaum 100 Meter zur Playa Norte und auch ins Zentrum ist es nicht weit.

Playa Norte
Eigenwilliges Heim
Wieviel Passagiere hat das ausgespuckt ??

Bei meiner Hotelsuche bin ich an einigem Sehenswerten vorbei gekommen, deshalb beschließ ich zwei Nächte zu bleiben. Schließlich hab ich ja schon ewig keinen Streifzug durch eine mexicanische Stadt gemacht. Der Donnerstag stand daher ganz im Zeichen von „Sightseeing“.

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Fangfrisch ?
Diverse Meeresfrüchte
verfallende Pracht
Innenstadthotel
gut erhalten
Sanierungsfall
Ganzer Block zu verkaufen
Farbe macht was her
Kathedrale und Plaza Prinzipal
Schöner als moderne Architektur
Schöner Wohnen
dunkler Arbeiten (Druckerei)
Plazuela Machado
Plazuela Machado
Plazuela Machado
Plazuela Machado
Kulturprogramm …
… kann er sich nicht leisten
Wie kleine Festungen
zeitlose Eleganz
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Auf dem Rückweg zum Hotel fang ich noch etwas Stimmung von der Straße ein.

Haufenweise Vitamin
Backwarenträger
Weihnachtsdeko
Bier hinter Gittern

Mazatlan erinnert mich an Cancun. Eine abseits der Stadt ausufernde Hotelzone tut der Stadt alles andere als gut, denn das Geld bleibt draußen und die Arbeitskräfte auch. Mazatlan ist städtebaulich zwar viel schöner als Cancun, aber meiner Meinung nach sind beides sterbende Städte. In beiden stehen viele Gebäude, Geschäfte und Hotels leer, werden zum Verkauf angeboten oder verfallen. Mazatlan ist eine schöne Stadt mit einem angenehmen Flair. In der wird zwar viel gebaut und renoviert, aber ich glaub kaum das der Verfall aufgehalten werden kann.

Schade, den Mazatlan hat was und Armando ist zurecht stolz auf „seine“ Stadt.

17.11. – 18.11.2010 Mazatlan

3 Gedanken zu „17.11. – 18.11.2010 Mazatlan

  • 2010-11-24 um 09:12
    Permalink

    Moin!

    Benutze doch das eingebaut GPS der Kamera, dann ist Datum und Uhrzeit immer exakt, ohne dass Du auch nur einen Finger krumm machen musst.

  • 2010-11-24 um 06:46
    Permalink

    Salve tam,

    ist doch mit der Zeit kein Problem. Je nach Zeitzone einfach 7 oder 8 Stunden abziehen und schon stimmt’s. Gut das Datum muß eventuell auch noch korrigiert werden und man muß die Zeitzone wissen und ob es in dem entsprechenden Bundestaat Winterzeit gibt.
    Ich hab da den Überblick schon längst verloren 😉

    Ingolf

  • 2010-11-23 um 21:37
    Permalink

    Hi Ingolf,

    Deine neue Kamera macht wesentlich bessere Bilder, finde ich, auch wenn die Uhrzeit völlig daneben ist. (:

Kommentare sind geschlossen.