Allmählich wird es Zeit Oaxaca zu verlassen. Deshalb will ich heute Richtung San Cristóbal de las Casas aufbrechen und nebenbei noch ein kleines Pflichtbesichtigungsprogramm absolvieren. Also das Zimmer räumen, Gepäck auf das Mopped packen und raus aus der Stadt. Erster Haltepunkt soll Santa María del Tule sein, etwa 10 km außerhalb der Stadt an der MEX 190. Die MEX 190 ist gut beschildert, sogar Tule taucht ab und zu auf, doch im entscheidenden Moment nicht mehr. Also ca. 15 km hinter Oaxaca gewendet und zurück. Klar, jetzt komm ich wohl aus der richtigen Richtung und dann ist da natürlich auch ein Schild.

Aber die Wende hat sich gelohnt, denn der Árbol del Tule ist wirklich beeindruckend.

Größter Baum der Welt?
Beeindruckende Maße: 90-60-80 😉
Wie winzig ist da der Mensch
Der Baum ist auch Heiligtum

Nächste Station ist das 30 km entfernte Mitla, wo es alte Steine zu sehen gibt.

Kirche hinter Zapotekenmauern
Verzierte Friese
Sala de las Columnas

Mitla ist deutlich anders als Monte Albán. Nicht nur weil es keine Pyramiden gibt, sondern die gesamte Anlage, bzw. die Reste die davon sichtbar sind, wirkt irgendwie „steril“, obwohl natürlich auch hier ringsum der unvermeidliche Artesaniamarkt aufgebaut ist.
Der Besucherandrang ist allerdings – insbesondere im Vergleich mit El Tule – recht gering.

Als nächstes steht Hierve el Agua auf dem Programm, 15 km von Mitla entfernt, an der neuen MEX 190. Auf Bildern sieht El Agua recht beeindruckend aus, aber ob ich bei den recht frischen Temperaturen (keine 28 Grad) das kühle Naß aufsuche, ist sehr unwahrscheinlich.
Kurz hinter Mitla verläßt die Straße das Valle de Tlacolula und schwingt sich sanft die Berge hinauf. Doch nicht lange, dann hat die neue Herrlichkeit ein Ende.

Blick auf das Valle de Tlacolula
Wenn der Straßenbelag so bleibt …
Landschaft
Ende der Herrlichkeit

Ein Erdrutsch hat die neue Straße verschüttet, aber das wurde pragmatisch mittels Planierraupe gelöst, indem einfach eine Verbindung zur parallel verlaufenden Straße geschoben wurde.
Die beschilderte (!) Abzweigung nach Hierve el Agua kommt dann auch etwa 2 km später, aber auch da ist dann nach wenigen Kilometern Schluß.

Auf dem Weg nach Hierve El Agua
Selbst mit dem Mopped kein Durchkommen

Über die Straße hängt eine solide, mit einem Schloß versehene Kette. Links und rechts der Metallpfähle kommen nur Fußgänger durch und diese läßt sich auch nicht weit genug anheben um das Mopped unten durch zu schieben. Vom Herrn des Schlüssels weit und breit keine Spur und die wenigen Leute die ich in der Abgeschiedenheit interviewen kann, zucken nur die Schultern.

Also wieder zurück auf die Hauptstraße und weiter. Leider hab ich verpeilt, dass die Ableitung von der neuen MEX 190 nicht auf die alte MEX 190 führte (diese verläuft viel weiter südlich), sondern auf die MEX 171. Bis ich merk das ich völlig daneben lieg, stehen 130 km auf der Uhr.

Noch recht trocken …
… dann schöne Nadelwälder
Auf mehr als 2000 Meter über N.N.

Die schöne, mit den zunehmenden Nadelwäldern an die Heimat erinnernde Landschaft und die vielen Kurven haben mich eine ganze Weile von der Ortsbestimmung abgehalten. Letztere war auch wiedermal gar nicht so einfach, denn bis man einen Ortsnamen findet der dann auch auf der Karte auftaucht muss man erst mal durch ein wirklich großen Ort kommen …
Da die MEX 171 eine Sackgasse ist, blieb mir nur der Weg zurück. Klar hätte ich mir dann in Mitla ein Zimmer suchen können und so ein paar Fahrtkilometer gespart, aber ich zog es vor wieder in das Hotel nach Oxaca zu fahren.

Allerdings hab ich mich dann dort bei meinem Bummel zum Zocalo nicht sehr wohl gefühlt. Es war noch ein starkes Aufgebot von „Sicherheitskräften“ in der Stadt und wenn man weiß, dass diese 2006 bei der Auflösung des Lehrerstreiks mehr als 20 Zivilisten erschossen haben, so vermitteln mir diese „Sicherheitskräfte“ alles Andere als ein sicheres Gefühl. So ist der Abendspaziergang auch recht kurz.

21.12.2010 Ungeplanter Tagesausflug nach Tule und Mitla

Ein Gedanke zu „21.12.2010 Ungeplanter Tagesausflug nach Tule und Mitla

  • 2011-01-07 um 00:07
    Permalink

    Der Baum ist der Hammer!

Kommentare sind geschlossen.