Heute ist der Himmel sehr bedeckt und es sieht nach Regen als ich das ganze Gepäck auf dem Mopped verstaue. Verleitet fast dazu in Huehuetenango zu bleiben, aber ich will ja was von Guatemala sehen und auch noch von ein paar anderen Ländern, also muß ich weiter.
Wie schon Vorgestern geht es zunächst Richtung Chiantla, doch kurz vorher rechts ab nach Aguacatan.
Nach kurzer Zeit beginnt es zu nieseln, es geht in schönen Schwüngen eine Schlucht runter und zum Nieselregen kommt auch noch Nebel dazu. Schade, die Straße ist Klasse – nur manchmal durch Erdrutsche stark mitgenommen, ausgelöst von den letzten starken Regenfällen vor zwei Monaten – und die Landschaft soweit ich erkennen kann absolut Spitze, aber bei den Sichtverhältnissen hab ich davon nicht viel.

Aguacatan liegt in einem Tal, der Nebel hört auf und ab und zu läßt sich so etwas wie blauer Himmel erahnen. Es muß aber vor Kurzem noch stark geregnet haben, denn die Straße ist klatschnaß und voller Pfützen.
Nach kurzer Fahrt durch das Tal geht es wieder kurvig bergauf, ich hab so etwas wie Fernsicht und die begeistert mich was den Himmel betrifft nicht. Da es etwas kühl ist und sich die Wolken nicht verziehen wollen, halt ich kurz und schlüpf in Regenhose und -jacke.

Der Nebel lichtet sich
Flußtal
Die Wolken werden wieder dichter
Wenn die Straße doch nur trocken wär !

Bis etwa 15 km hinter Sacapulas hab ich die tollste Straße unter den Rädern, es geht auf und ab und ich denk mir, wär saugeil ohne Wolken und wenn die Straße trocken wär. Kaum hab ich das gedacht, geht es über eine Brücke mit Gitterblechbelag, der Straßenbelag verwandelt sich nach der Brücke in eine Aneinanderreihung von Schlaglöchern, es geht steil bergauf und es fängt an zu regnen. Der bisherige Fahrspaß tendiert bald gegen Null. Der letzte Asphalt hat sich verabschiedet, es gießt wie aus Kübeln und die „Erdstraße“ wird rutschig und schlammig, windet sich in steilen Serpentinen die Berge hoch und runter und ist manchmal derart schmal und am Abhang, daß ich heilfroh bin wenn mir auf so einer Strecke nichts entgegen kommt.
Das Visier ist zu, dann die Brille und schlußendlich fahr ich dann mit offenem Visier und ohne Brille, damit ich wenigstens die nächsten 5 bis 10 Meter vor mir erkenne.
Über 50 km quäl ich mich so durch eine wahrscheinlich wunderschöne Landschaft, aber ich hab nichts davon, denn ich muß mich ganz auf’s Fahren konzentrieren und ohne Brille seh ich ja ohnehin nicht viel mehr als eine Blindschleiche. Als in San Cristóbal Verapaz wieder Asphalt unter die Räder kommt hört es auf zu regnen ….

Immerhin eine gute Gelegenheit die Brille trocken und sauber zu machen, damit ich mich nicht im Blindflug unter den ab Santa Cruz Verapaz doch ziemlich dichten Verkehr mischen muß. Die dann noch rund 20 km bis Cobán geht es tatsächlich zwischen mit dichtem Grün bewachsenen Hügeln und Kaffeeplantagen durch.
Weil Hotelsuche ja eh zu den einfachsten Übungen am Ende eines anstrengenden Fahrtages gehört, beginnt es wieder in Strömen zu regnen als ich in Cobán einlaufe. Dank und mit Hilfe des Reiseführers find ich nach ein paar Anläufen das Hotel La Paz. Parken unter der überdachten Hofeinfahrt, kleines, aber sehr sauberes Zimmer, sehr freundliches Personal, leider etwas weit weg vom Zentrum, aber mit 42,70 Quetzal pro Nacht auch sehr günstig.

Trotz Regens mach ich nach dem Zimmerbesuch meine erste Stadterkundungstour. Die Stadt ähnelt stark Huehuetenango, d.h. nicht besonders schön. Immerhin find einen Supermarkt in dem ich mir ein paar FVB und etwas zum Abendessen kauf. Als ich wieder im Hotel bin, sind Hose und Strümpfe klatsch naß. Letzteres kein Wunder, denn ich war in Sandalen unterwegs.

Als ich am nächsten Morgen (14.01.) den Tag begutachte, gefällt der mir gar nicht. Bedeckter Himmel, immer wieder mal leichter Regen und kalt. Wird wohl heute nix aus dem geplanten Tagesausflug. Mach ich halt erst mal einen Besichtungsausflug zu dem modernen Einkaufszentrum am Ortseingang an dem ich gestern vorbei gekommen bin.
Das Einkaufscenter ist tatsächlich vom Feinsten. Erwartet man in einem so armen Land wie Guatemala und in so einem Provinzkaff wie Cobán überhaupt nicht. Aber irgendwie ist es einem dörflichem Markt nachempfunden, denn etwa 1/3 der Fläche nehmen diverse Futterkrippen – natürlich von internationalen und nationalen Restaurant-, Cafe- und Eisdielenketten – ein. Ich nutze ein Sonderangebot und gönn mir für 12 Quetzal einen Becher Kaffee und ein süßes Stück zum Frühstück, dann watschel ich wieder zum Hotel zurück. Auf dem Rückweg geh ich auf der anderen Straßenseite, komm an ein paar Ferreterias vorbei und stell zu meinem großen Erstaunen fest, daß die hier sogar Motorradreifen verkaufen. Meist Stollenreifen mir unbekannter Marken aus brasilianischer oder fernöstlicher Fertigung. Die Preise liegen um die 450 Quetzal (vorn) und 600 Quetzal (hinten). Fast bedauer ich das noch kein Reifenwechsel fällig ist, denn der Hinterreifen hat noch über 3mm Profil, obwohl er schon fast 7000 km hinter sich hat. Hält der Conti tatsächlich so lange, oder bin ich auf dem besten Weg zur totalen Tourenschwuchtel zu degenerieren?

Als ich am späteren Nachmittag zum Stadtbummel aufbrechen will, treff ich im Hof auf zwei Typen die an einem Fahrrad rumschrauben und mich auf Deutsch – na gut, einer Abart davon – nach einer Zange und einem Seitenschneider fragen. Mit beidem kann ich dienen und so kommen wir in den unvermeidlichen Travellerklönschnak. Es sind zwei Brüder aus Oberösterreich, die vor einer Woche in Ciudad Guatemala gelandet und via Antigua gestern Abend in Coban angekommen sind. Sie wollen weiter an die Karibikküste von Honduras, weil die so toll und noch völlig ohne Touristen sei.
Beim Fahrrad des jüngeren von Beiden ist der Schaltautomat gebrochen, sie haben – im Fahrradladen des Einkaufszentrums – einen gebrauchten aufgetrieben, der jetzt eingestellt und der Bowdenzug angepasst werden muß. Doch so sehr sie sich auch abmühen, der Schaltautomat bedient nur fünf der sechs Ritzel des hinteren Zahnkranzes. Da heißt es auf den niedrigsten oder höchsten Gang zu verzichten.

Angesichts der noch vor ihnen liegenden Strecke will sich der Fahrradbesitzer damit nicht abfinden und beschließt zum Fahrradladen zu fahren. Dort sollen sie ihm die Schaltung einstellen.
Bis zu seiner Rückkehr also genügend Zeit zu einem Gespräch mit seinem Bruder. Dieser ist fünfzig Jahre alt und ebenso wie sein jüngerer Bruder angefressener Mountainbikefahrer und Bergsteiger. Seit zig Jahren machen die beiden jeweils dreimonatige Winterfluchten und ich werd blaß vor Neid als ich hör wo die Zwei mit ihren Fahrrädern schon überall rumgegondelt sind.
Die Worte Peru, Bolivien, Venezuela, Mexico, Indien, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Kenia fallen im Gespräch einfach so am Rande, in Guatemala waren sie das erste Mal bereits vor dreizehn Jahren ….
So alt kann ich gar nicht mehr werden um das alles noch nachzuholen, vor allem bei meiner, trotz Motorisierung, geringen Reisegeschwindigkeit.

Als der Jüngere zurück kommt ist er hoch zu frieden. Es war der falsche Schaltautomat, jetzt ist der Richtige montiert und alles funzt zu seiner vollen Zufriedenheit. Nachdem alles Werkzeug wieder verstaut ist, beschließen wir gemeinsam ein Bierchen trinken zu gehen und machen uns auf den Weg in die Stadt.
Wir landen in einem Cafe an der Plaza, wo es zwar nur kleine Flaschen, diese aber zu einem akzeptablen Preis gibt. Da die Flaschen so klein sind (250 ml) fallen halt mehrere dem Durst zum Opfer. Es ist schon dunkel als wir das Cafe verlassen und am Rande der Plaza haben ein paar Freßstände Quartier bezogen. Bevor wir zum Hotel zurück gehen, wird an einem der Churrascostände der Einfachheit halber gleich das Abendessen eingenommen.

Von den Beiden will ich am nächsten Morgen (15.01.) noch ein Photo machen, aber bis ich mich aus meiner Rückenlage erhebe sind sie schon fort. Schade.
Das Wetter ist keinen Deut besser als gestern. Deshalb geh ich erstmal ins nicht weit entfernte Internetcafe und dort sind drei Stunden schneller um als ich glauben kann. Danach ist ein Gang zum Calvario fällig, denn von dort soll man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und die Umgebung haben. Allerdings müssen dazu erstmal 130 Stufen bezwungen werden und bei dem Wetter sieht man von der Umgebung leider nicht besonders viel.

Aufgang zum Calvario
Zum Zimmermann um die Nägel raus zu ziehen?
Blick auf Coban
Da kommt man schon außer Puste

Nach dem Calvario geh ich noch in die Stadt, schlendere eine ganze Weile über den Markt und durch die Innenstadt, finde aber Nichts was mein besonderes Interesse weckt. Deswegen land ich dann bald im Supermarkt, kauf mir mein FVB und etwas zum Abendessen. Als ich beim Hotel bin ist es schon wieder dunkel.

Heute (16.01.) lacht die Sonne vom blauen Himmel, gegen 10 Uhr ist es draußen gemütlich warm (28 Grad), also genau richtig um endlich einen Tagesausflug zu machen. Es soll nach Lanquín gehen, dort gibt es die Grutas de Lanquin, ein Höhlensystem von angeblich fast 100 km Länge, von denen die ersten paar Kilometer beleuchtet und begehbar sind.
Etwa 10 km weiter sind dann die Kalkterassen von Semuc Champey, sowie eine 300 Meter lange natürliche Kalkbrücke unter der der Rio Cahabon – der bei der Höhle von Lanquin ans Tageslicht tritt – durch rauscht.

Dank eines Stadtplans find ich schnell in der richtigen Richtung aus Coban raus und da die nächsten 42 km geteerter Straße mit deutscher Hilfe gebaut wurden – HochTief brauchte wohl Geld in der Kasse – hab ich besseren Straßenbeleg als in Deutschland unter den Rädern.
Es geht beschwingt kurvig durch eine wirklich schöne, üppig grüne Landschaft. Leider schleif ich das ganze Gepäck noch mit, denn so dreckig wie das alles noch nach der Regenfahrt ist, wollte ich es nicht auf das Zimmer schleifen.

Kaffeepflanzung
Solche Sträucher liefern die Bohnen
Gugelhupf-Landschaft
Gleich geht es bergab nach Lanquin
Auf dem Weg nach Lanquin
Touristenunterkünfte im Grünen

An der Kreuzung nach Lanquin hört der Teer auf. Geradeaus geht es steil den Berg hoch nach Sebol, rechts steil runter nach Lanquin, das nach 11 km ordentlicher Schüttelei erreicht wird. Von ca. 1700 Metern geht es auf etwa 800 Meter herunter und es wird damit deutlich wärmer. Zuerst will ich weiter nach Semuc fahren, doch ein paar Kilometer hinter Lanquin dreh ich um. Die „Straße“ ist von den Regenfällen der vergangenen Tage noch total verschlammt und mit vielen mehr oder weniger tiefen Pfützen verziert. Da ich eh schon schwitze will ich mir die Weiterfahrt mit Gepäck nicht antun. Ja, ich bin ein Beckenrandschwimmer.

Zurück nach Lanquin und dort erstmal einen Kaffee getrunken. Mitten im Anbaugebiet des besten Kaffees der Welt bekomm ich einen Nescafe ….
Obwohl Lanquin so abseits liegt, ist es ziemlich touristisch geprägt. Etliche Touragenturen, Hotels, Hostals und Restaurants säumen die Hauptstraße, auf der etliche jugendliche Backpacker unterwegs sind.
Die Grutas liegen etwas außerhalb der Stadt und auf dem Rückweg komm ich dran vorbei.

Höhleneingang
im Inneren der Höhle
Der Rio Cahabon tritt aus dem Fels

Dreißig Quetzal Eintritt abgedrückt und dann die Stufen runter zur Höhle. Leider ist es in der Höhle nicht so kühl wie erwartet, sondern das Gegenteil. Auch hier haben die Regenfälle für enorme Glätte gesorgt. Mit den Motorradstiefeln über die nassen, glatten Steine zu klettern, die teilweise auch mit rutschigem Lehm bedeckt sind, ist gar nicht so einfach. Etwa eine halbe Stunde lang klettere ich in die Höhle hinein ohne das begehbare Ende zu erreichen. Da ich inzwischen total naß geschwitzt bin, dreh ich wieder um.

Unter der Palapa vor dem Kassenhäuschen lüft ich mich erstmal aus und nehm das schon lange überfällige Frühstück zu mir. Dann geht es die Schotterstraße wieder berghoch und auf dem Teer schwing ich bergab nach Coban zurück.
Eigentlich wollte ich noch die Schleife über Sebol, Raxruja, Chisec nach Coban fahren, aber das sind nochmal über 180 km – davon gut 100 km Piste – und mit bereits nach 15 Uhr ist es dafür definitiv schon zu spät.

In Coban such ich dann noch nach einer Autolavanderia, aber da heute Sonntag ist, ist alles geschlossen. Guatemala ist halt doch leicht anders als Mexico.

Als ich mein Motorrad im Hof des Hotels abstelle kommt ein älterer , d.h. deutlich älter als ich, Mann freudestrahlend auf mich zu. Er sei aus Neuseeland und hätte dort auch eine KLR. Schnell kommen wir ins Fachsimpeln über die Vor- und Nachteile der KLR, sowie über die Freude am Motorradfahren. Dann erzählt er mir, daß er schon seit fast zwei Wochen festhängt, weil ihm der Reisepaß gestohlen wurde. Zuerst habe seine Botschaft dumm rumgemacht bis ihm endlich ein Ersatzpaß ausgestellt wurde und jetzt würden die gualtemaltekischen Behörden seine ordnungsgemäße Einreise bezweifeln, obwohl er eine Fotokopie der Seite des Reisepasses mit dem Einreisestempel hat.
Er rät mir dringend meinen Reisepaß wie meinen Augapfel zu hüten. Aber da ich bei meinen Stadtbummeln eh fast immer ohne Papiere und nur mit einem Minimum an Geld unterwegs bin, fühl ich mich in dieser Hinsicht ziemlich sicher. Überhaupt, renn ich doch bei tiefster Dunkelheit in der Gegend rum und hatte noch nie das Gefühl ich müßte zu meiner Sicherheit irgend jemandem in die Eier treten. Drückt mir die Daumen das dies auch weiterhin so bleibt.

Am heutigen Montag (17.01.) sieht es zuerst wieder nach Regen aus, aber bis 10 Uhr verwandelt sich das Grau dann doch in ein strahlendes Blau. Meinen Tagesausflug nach Chisec kann ich also doch etwas verspätete starten, allerdings wird es aus der gestern schon nicht realisierbaren Rundfahrt auch heute in umgekehrter Richtung wohl wieder nichts.
Die Straße nach Chisec find ich heute nicht so einfach wie die gestern nach Lanquin, sondern ich lande in einem Militärkomplex, in den man mich trotz Wachpersonal bei geöffneter Schranke ungehindert einfahren läßt. Die Straße führt durch, doch die Ausfahrt ist mit einem Tor verschlossen. Der Wachsoldat davor ist total verdutzt als er mich auftauchen sieht, weiß nicht was zu tun und ruft einen Offizier zu Hilfe. Dieser ist ebenfalls total perplex, doch ich laß ihn gar nicht erst zum denken kommen, sondern halte ihm meine Straßenkarte unter die Nase und frage „Como se va a Chisec?“. Er ist daraufhin ganz freundlich, erklärt mir, das ich nach dem Tor solang geradeaus fahren muß, bis ich zu einem Obelisk in Patronenform komme, dort links, die nächste wieder links und dann einfach der Straße folgen.
Er bedeutet dem Soldaten das Tor zu öffnen, ich verabschiede mich freundlich und braus davon.

Kaum Kaffeepflanzungen
Feuchtgebiet

Landschaftlich ist die Straße nach Chisec nicht so sehr berauschend. Zwar geht es zunächst auch schön kurvig bergauf und bergab, doch das satte Grün von Kaffeeplantagen ist recht selten. Stattdessen reichlich vertrocknete, abgeerntete Maisfelder und als hinter Sacopur die Gegend recht flach wird wechseln sich frisch sprießender Mais und Rinderweiden ab. Erst kurz vor Chisec wird es wieder etwas bergiger.

Chisec selbst ist eine recht triste Ansammlung von Hütten und Häusern, allerdings wichtiger Verkehrsknotenpunkt und Markt für die umliegenden Dörfer.
Leider bin ich viel zu spät dran um vom Markt noch viel mit zu bekommen, denn die meisten Stände sind schon abgeräumt. Beim „Stadtrundgang“ werd ich wie ein Außerirdischer bestaunt. Gringos in Motorradkluft scheinen sich selten hierher zu verirren.

Dorfschönheit
Busbahnhof, Taxistand, Marktplatz
Marktstände
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Es ist schon kurz nach 14 Uhr und deshalb versuch ich gar nicht erst den Rundkurs hinter Chisec in Angriff zu nehmen, sondern fahr nach Coban zurück, denn eventuell kann ich dort dann heute noch Motorrad und Gepäck endlich von der dicken Dreckkruste befreien lassen.

Auf der Hinfahrt nach Chisec hab ich kaum Photostops eingelegt und das hol ich jetzt auf der Rückfahrt nach, denn eilig hab ich es jetzt ja nimmer.

Es ist auch gut zu wissen wo sich eine Photohalt wahrscheinlich lohnt, obwohl sich durch die andere Fahrtrichtung der Blick auf die Landschaft natürlich ändert, aber fotographieren kann man ja in beide Richtungen, obwohl ich oft zu faul bin meinen Standort entsprechend an zu passen.

Wohnen am Straßenrand
Mais statt Kaffee
Da läßt sich’s schwingen
Wichtiger Verkehrsknotenpunkt …
…. und Hüttensiedlung Sacopur
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In Sacopur laß ich mich von einem Schild, welches Camping an einem See verheißt, dazu verleiten auf eine Dirtroad ab zu biegen.

Es ist eine Schlagloch und Steinpiste die ordentlich durchschüttelt. Nach ca. 15 km stell ich bei einem weiteren Schild fest, daß der etwa 100 km entfernte Naturpark Laguna Lachuá angepriesen wird.

Das ist eindeutig zu weit weg um nur seine Neugierde zu befriedigen. Also alles wieder zurück.
Immerhin kann ich bei der Rückfahrt nach Sacopur ordentlich Gas geben da ich jetzt die Strecke kenne und flieg so weniger durchgeschüttelt über die Steine und Schlaglöcher.

Wohnen unter Palmen
Da ist Bodenerosion vorprogrammiert
Vorort von Coban
Der Dreck kommt runter

An den steilen Hügeln links und rechts der Straße hinter Sacopur Richtung Coban sind immer wieder Rodungen zur Anlage neuer Maisfelder zu sehen. Für mich völlig unverständlich das dies nicht unterbunden wird, denn da die Felder nicht terrassiert werden, ist bei den starken Regenfällen hier Bodenerosion unvermeidlich und die vielen Erdrutsche zeigen ja das sich an den steilen Hängen kaum was hält wenn diese „angestochen“ wurden.

In Coban lauf ich gleich die bereits gestern entdeckte Autolavanderia an. 35 Quetzal soll die Reinigung des Motorrads kosten. Dies ist zwar im Vergleich zu dem was ich in Mexico dafür bezahlt hab exorbitant teuer, aber runter muß der Dreck ja und ich hab keine Lust zu handeln oder eine andere Autolavanderia zu suchen.
Während das Motorrad abgespritzt wird, Gespräch mit dem Chef über woher, wohin. Als er erfährt das ich Deutscher bin, beginnt er alle deutschen Fußballbundesligaklubs aufzuzählen, ich ergänze und bestätige, er strahlt glücklich und reinigt dann höchstselbst Packtaschen und den Packsack. Als sie dann mit Lackplegemitteln über das Mopped her fallen wollen, unterbrech ich den Reinigungsprozeß. Der Chef kann’s garnicht glauben und frägt mehrfach nach, doch ich bleib dabei. Mein Verzicht oder mein Herkunftsland zahlt sich aus. 20 Quetzal will der Chef jetzt nur noch haben.

Zurück ins Hotel, raus aus den Motorradklamotten und noch ein kurzer Stadtbummel gemacht. Brauch ja noch mein FVB und etwas zum Abendessen aus dem Supermarkt.

Alles für die modebewußte Indigena
Noch sind die Bürgersteige nicht hochgeklappt
So-weit-ich-komme Martin

Kurz vorm Hotel lauf ich einem jungen Deutschen in die Arme, der mich frägt ob ich der Motorradfahrer bin. Das kann ich nicht verleugnen und so kommen wir ins Gespräch.
Er studiert Energietechnik, macht in Guatemala ein Praktikum und reist jetzt etwas durchs Land. Auf der Fahrt nach Coban hat er heute einen schweizer Fahradfahrer getroffen und mit ihm dann telefonisch ein Treffen vereinbart. Jetzt wartet er auf ihn.
Tatsächlich sichten wir wenig später ein voll beladenes Fahrrad mit Fahrer. Martin, so heißt der junge Schweizer, ist in San Francisco gestartet, jetzt seit 4 Monaten unterwegs und hat insgesamt 9 Monate Zeit für seinen Trip. Ziel hat er keines, sondern will einfach soweit in den Süden wie er kommt, ohne die einzelnen Länder zu durchrasen. Ein sehr vernünftiger Vorsatz finde ich.

Martin muß im Hotel noch einchecken, dann duschen und danach wollen die Zwei in die Stadt zum Essen. Sie laden mich ein mit ihnen zu kommen, doch da ich bereits für’s Abendessen eingekauft hab lehn ich ab. Schließlich will ich morgen Coban verlassen und da meine Gepäckkapazität begrenzt ist, muß ich das Eingekaufte morgen im Magen weiter transportieren.

13.01. – 17.01.2011 Cobán, Region des ewigen Frühlings

3 Gedanken zu „13.01. – 17.01.2011 Cobán, Region des ewigen Frühlings

  • 2011-02-03 um 19:22
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    SCHEINFREI!!!!!!! Jetzt wird gefeiert!!! Drücke dich!

  • 2011-02-01 um 22:50
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    So, melde mich auch mal wieder. Fast einen Monat hatte ich nicht auf Deine Seite geschaut. Aber Du lebst und hast den ersten Grenzübertritt unbeschadet überstanden. Sehr gut ;-). Dann genieße die Wärme und die Fremde! Ich genieße die Kälte und die Arbeitsroutine…

  • 2011-01-26 um 23:23
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    Hi Ingolf,
    da bist Du ja nun mitten drin in Guatemala, oder auch schon wieder nimmer – geht´s denn weiter Richtung Honduras oder El Salvador? Deine Landschaftsaufnahmen sind großes Kino, besonders, weil man die Aufnahmen auch vergrößern kann! Mir haben besonders die „Gugelhupf“-Berge gefallen. Das wär was mit dem Fahrrad! 😉
    Lass es Dir gut gehen und berichte bald wieder!
    Grüßle aus dem Schnee – Gudrun

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